
Ich habe mich mit einem Dozenten, der auch Linux unterrichtet, kurz unterhalten. Er schien den neuen Angeboten der Linux Foundation eher zugetan als LPI. Allerdings habe ich Zweifel an seiner Ansicht. Erstens hatte ich ihn früher in einem kurzen Gespräch darüber informiert, dass LPI die Anforderungen für LPIC 2 geändert und aktualisiert hat, damals wußte er nichts davon. Im zweiten kurzen Gespräch vertrat er aber kurz nach dem ersten Gespräch den Standpunkt, dass die LPI-Prüfungen nicht aktuell und zeitgemäß genug seien.
Auch über die Inhalte der Prüfung für Linux Essentials wußte er beim ersten Gespräch nichts, hat Linux Essentials aber schon kurz danach in einem Smalltalk mit mir und einer dritten Person als wenig bedeutend abgetan, als wisse er genau, was da gefragt wurde. Was er in diesem Gespräch als die Erwartungen von Kursteilnehmern an seinen "LPIC 1"-Kurs formulierte, sind aber genau die Inhalte, die schon Linux Essentials abdeckt.
So gut dieser Dozent sonst ist, ich habe bei ihm einen CCNA-Kurs absolviert, ich bin skeptisch, was sein Urteil pro Linux Foundation angeht.
Ich denke, man darf auch die Linux Foundation und Linus T., der für sie den Cover Boy gibt, nicht idealisieren; sondern sollte auch mal eine nüchterne Frage stellen: Kann es nicht sein, dass die Linux Foundation unter anderem mitbekommen hat, welche Nachfrage es inzwischen bei LPI gibt und dass nun einige Leute, von mir aus auch gerne inklusive Linus T., etwas vom Kuchen abhaben wollen, viel, möglichst viel? Ich glaube nicht, dass es nur um das Wohl von Linux geht und dass das alles 24 Stunden am Tag nur selbstlose Idealisten sind. (Heilige Einfalt!)
Allerdings habe ich mich auch schon gefragt, ob sich eine Zertifizierung auch via Linux Foundation inhaltlich und auf dem Arbeitsmarkt lohnt.
Grüße eines Skeptikers
BStorck